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Rechenschwäche/Dyskalkulie auf dem Gymnasium und der Realschule?

Anfrage einer Mutter

Hallo,
 
gerade habe ich im Internet Ihre Seite entdeckt. Ich bin verunsichert und wüsste gerne, ob meine Tochter eventuell rechenschwach ist.
 
Meine Tochter ist 11 Jahre und ist gerade auf's Gymnasium gewechselt. Ihr Notendurchschnitt lag in der Grundschule bei zwei, in Mathe hatte sie zuletzt eine Drei. Ich habe eigentlich nie mit ihr geübt. Für die erste Mathe-Arbeit im Gymnasium haben wir geübt. Sie bestand praktisch nur aus Wiederholungsaufgaben aus der Grundschule. Es ging um Einheiten und um's Runden.
 
Dabei fiel mir auf, dass sie das ganze Konzept der Einheiten überhaupt nicht verstehen kann. Dass 60 Sekunden eine Minute sind und 60 Minuten wiederum eine Stunde wusste sie auswendig, aber nicht, was es bedeutet. Zur Veranschaulichung haben wir mit der Uhr, mit Zollstock, mit der Waage und mit dem Messbecher gearbeitet. Beim Runden fiel auf, dass sie jeweils rät, auf welche Stelle sie runden soll, obwohl sie die Stellen benennen kann.
 
Die erste Mathearbeit war drei, die zweite jetzt war vier, trotz stundenlangen Erklärens.
 
Folgende Fehler sind mir aufgefallen:

  • plus und minus werden verwechselt.

  • beim Runden wird stets auf die nächste Stelle gerundet, egal was in der Aufgabe steht; die Aufgabenstellung wird meist gar nicht verstanden

  • falsch abgeschrieben.

  • sie begreift die Zahlen nicht richtig, sieht nicht, dass 2999 ganz nah bei 3000 liegt; (3006 – 2999 = ? hat sie nicht lösen können, so auf die Schnelle, erst als ich sagte, schau mal, 2999 ist ja fast 3000, da sagt sie: 7).

  • 1000 - 6 = 94 - da habe ich nachgefragt, warum das so sei; sie konnte es nicht erklären. Ich habe es ihr untereinander aufgeschrieben, dass sie es schriftlich ausrechnen sollte; da sagte sie: "Ich weiß es einfach, da brauche ich nicht rechnen." Als ich sie darauf aufmerksam machte, dass 100 - 6 = 94 ist, da sagte sie dann: "940." Dann sagte ich, dass das jetzt 1000 - 60 sei. "Dann 944." - "Nein."  "Dann 994." - Tja, das war dann richtig.



Also: 
 
1000 - 6 = 94
1000 - 6 = 940
1000 - 6 = 944
1000 - 6 = 994
 
Sie vertauscht Zahlen so, dass sie handlicher zu rechnen sind. Ihre Kapitänsaufgabe würde sie wohl genauso lösen. Sie versucht immer, das Schema zu erkennen, und wendet ein gelerntes Schema blind an. In der Grundschule lag die Trefferquote extrem hoch. Bei Kopfrechenaufgaben vergisst sie häufiger die Aufgabenstellung. Sie hat Probleme, ein "Schlüssel-Schloß-System" anzuwenden, so was wie 24 + 16, 3 + 17, etc. Ich habe versucht, dass sie es auswendig lernt, also 1 + 9, 2 + 8, 3 + 7 etc. und umgekehrt, aber sie begreift das System nicht.
 
Dies ist alles brandneu für mich, aber wenn ich Ihren Symptom-Bogen anschaue, komme ich zu der Überlegung, dass sie tatsächlich vielleicht eine Rechenschwäche hat, die sie extrem gut verbergen konnte. Neben dem Auswendiglernen hat sie sich andere Strategien zugelegt. Früher hat sie alles, was sie nicht konnte, aggressiv durch die Ecke gepfeffert. Dieses Verhalten haben wir ihr "ausgetrieben", weil wir es nicht besser wussten. Jetzt versucht sie es mit Humor. Sie antwortet fragend, wartet die Reaktion ab und falls die negativ zu werden scheint, lacht sie und sagt, "ach Quatsch", und rät noch einmal. Es scheint, als hätte sie einen Scherz gemacht. Seit ich drauf achte, merke ich, dass es keine Scherze sind, sondern verzweifelte Rate-Versuche.


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