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Rechenschwäche/Dyskalkulie auf dem Gymnasium und der Realschule?

Viel zu spät erkannt

Februar 2004
 
Im Therapieraum sitzt die damals 14jährige Carmen zusammen mit einer Lerntherapeutin und brütet über Aufgabenstellungen aus dem 2. Schuljahr. Carmen kann nur wenige Ergebnisse aus dem kleinen 1x1 spontan benennen, muss immer wieder lange nachdenken und zählt manchmal an ihren Fingern ab. Die ersten drei Klassen auf dem Gymnasium hat sie in Mathe mit einer Beton-Fünf gerade noch überstanden und in der Grundschule hatte sie in Mathe immer eine Drei. Jetzt sackt das ansonsten sehr gescheite Mädchen in allen anderen Fächern auch noch ab. Die Lehrer überlegen, ob Carmen "auf dem Gymnasium richtig aufgehoben ist". Auch die Mutter (selbst Lehrerin) weiß nicht, ob sie ihre Tochter überfordert, und Carmen selbst glaubt auch, dass sie für's Gymnasium "einfach zu doof" ist.
 
Carmens Lehrer weiß inzwischen um die Dyskalkulie seiner Schülerin. Er sitzt am Abend an seinem Schreibtisch und konzipiert die nächste Klassenarbeit. Thema: Rechnen mit Potenzen mit rationalem Exponenten. Es ist die erste Arbeit im neuen Schuljahr, und weil er die algebraischen "Künste" seiner Problemschüler kennt und diese nicht sofort mit einem Ungenügend ins Schuljahr starten sollen, reduziert er alle Aufgabenstellungen mit Variablen auf ein absolutes Minimum und ersetzt sie mit Fragestellungen aus dem kleinen 1x1. Das Ergebnis war trotz guten Willens niederschmetternd:

Abb-09 Kopie

Man sollte sich keinen Illusionen hingeben, was die Einstellung zur Mathematik angeht, wenn uns ein Kind erst in der siebten oder achten Klasse vorgestellt wird, dann, "wenn nichts mehr geht": Mathe ist und wird das "Hassfach Nr. 1" bleiben und alle einschlägigen Versprechungen nach der Marke: "Ruckzuck ist die Mathe-Fünf weg und Ihr Kind hat wieder Spaß beim Rechnen" kann man getrost zu den Akten legen!
 
Carmen besucht heute (2009) die 13. Klasse, gehört zu den überdurchschnittlich  guten Schülerinnen und hat es in Mathe sogar auf ein Befriedigend gebracht. Studieren wird sie auf keinen Fall ein Fach, das irgendetwas mit Mathe zu tun hat.
 
Früherkennung ist notwendig und wenn das Kind schon nicht in der Grundschule aufgefallen ist, dann sollte ein Test zu Beginn der fünften Klasse in allen Schulformen Aufschluss über die mathematischen Fertigkeiten geben.

Nicht nichts gedacht, aber trotzdem nichts gebracht!
Abb-10 Kopie


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