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Ratschläge für Eltern rechenschwacher Kinder

Was Eltern - gut gemeint - lieber nicht machen sollten


Eltern orientieren sich zu sehr an der Mathematiknote

Eltern wissen um die Bedeutung der Schule für die späteren Lebenschancen ihres Kindes. Ein gleichgültiges Verhalten gegenüber dem Schulerfolg ihrer Kinder verbietet sich. Die Mathematiknote ist zwar nur eine unter mehreren, aber von zentraler Bedeutung für die weitere Schullaufbahn.
Die Mathematiknote gibt allerdings keine Auskunft über die Art der Fehler, über die dahinter stehenden gedanklichen Zusammenhänge, über vorliegende Mißverständnisse oder generelles Unverständnis. Erst bei anhaltend schlechten Noten werden Eltern und auch oftmals Lehrer hellhörig. Die Folge: Vermehrtes Üben des aktuellen Stoffs setzt ein.

Mathematik ist stringent aufbauend. Mit anderen Worten: Sobald die Grundlage wackelt oder gänzlich fehlt, kann Weiteres nicht begriffen werden. Kein Schulbuch lädt zudem zum Aufholen von Vergangenem ein, und das verspätet einsetzende Üben zielt bereits an der eigentlichen Problemstellung vorbei.

Deshalb sei den Eltern empfohlen,

  • sich nicht ausschließlich an der Schulnote zu orientieren

  • sich nicht darüber zu beruhigen, daß es "diesmal" viele Fünfer in der Klasse gab.

  • Beruhigungen der Art: "das wächst sich schon noch aus" sind mit Vorsicht zu genießen!


Eine, auf alle Fälle mehrere schlechte Schulnoten in Folge hinterlassen ihren Eindruck im kindlichen Gemüt.

Angenommen, der Fall steht andersrum. Die Schulnoten zirkulieren über das Schuljahr um ein "Befriedigend" herum. Auch in diesem Fall sei empfohlen, sich (soweit möglich) ein Urteil über die fachliche Leistung zu bilden. Prüfen Sie selbst kritisch:

  • Welcher Art sind die Aufgaben, die nicht gekonnt oder falsch gerechnet sind? Läßt sich dabei eine Linie erkennen?

  • Entspricht der Note ein rationeller selbständiger und routinierter Hausaufgabenaufwand?

  • Welcher Natur sind die Fragen, die das Kind so stellt?

  • Sind gelöste Aufgaben strukturell reproduzierbar, oder wird das meiste vielleicht per Gedächtnis geregelt?



Eltern schimpfen zu unbedacht

Beim täglichen Üben "reißt mitunter der Geduldsfaden". "Immer wieder der gleiche Fehler, die gleichen Erklärungen, immer wieder alles vergessen." Trotzdem. Eltern mögen an dieser Stelle bedenken: Allzuleicht schleicht sich bei solchem Ärger das Urteil mit ein, der Nachwuchs wolle nur nicht.

Das kann so sein, muß es aber gar nicht. Vieles von dem, was man selbst für den Superlativ von einfach hält, ist für einen Rechenschwachen genau das Gegenteil, verwirrend, undurchsichtig.

In jedem Falle mögen Eltern sich hüten, die psychische Wirkung einer schlechten Schulnote zu verstärken. Wenn ein Schulkind gut abschneiden will, dafür einiges an Energie und anderem bewegt, aber eben erfolglos bleibt, weil es schlicht nicht kann, weil ihm das Fundament für die zu erbringende Leistung nicht zur Verfügung steht, dann kann die pädagogische Absicht, die neben aller persönlichen Enttäuschung im Schimpfen ja noch immer mitgedacht ist, sehr schnell ins Gegenteil umschlagen.



Eltern drohen mit Sanktionen

Fernsehverbot, Fußballverbot, Absage der Ballettstunde zugunsten erweiterten Paukens eines Fachs, das man sowieso haßt, führen zu einer sehr zweifelhaften Motivation. Kinder bemühen sich zwar um Mathe, um die verhängten Sanktionen wieder außer Kraft zu setzen, lernen aber im genau entsprechenden Verhältnis den Gegenstand ihres alltäglichen Ärgers noch mehr hassen.


Eltern zweifeln an der grundsätzlichen Willensbereitschaft

Es stimmt sicherlich oft, daß rechenschwache Kinder nicht mehr wollen; auch mag es stimmen, daß dies künftigen Erfolg von vornherein verunmöglicht. Hierbei wäre allerdings mit Nachdruck zu bedenken, ob denn die Reihenfolge stimmt: Ob die Leistungen im Fach Rechnen ausbleiben, weil das Kind nicht will, oder ob es auch andersherum sein mag, daß es nicht will, weil es nicht kann. Schließlich gilt das für uns alle, daß das Interesse an einer Sache, bei welcher man keinerlei Boden unter den Füßen verspürt, mit zunehmender vergeblicher Liebesmühe erlischt.
Aus fast einhelliger Erfahrung hierzu wissen wir, daß ein noch so intensives Üben ohne Kenntnis und Verständnis der Grundlage, auf die hin geübt wird, vergeblich ist. Wenn ein solcher Stand erreicht ist, ist er auch ernstzunehmen, d.h. Üben aufgeben, das zum Ziel hat, den Klassenstand auf diesem Wege aufzuholen.


Eltern machen Konzentrationslosigkeit für den Mißerfolg verantwortlich

Das mag durchaus sein. Wenn man sich dessen sicher ist, können psychologische Übungen hierzu von Nutzen sein. Jedoch ist es nicht selten bei rechenschwachen Kindern (analog zu oben) gerade umgekehrt. Konzentrationslos erscheint oder ist das Kind, weil es nicht weiß, worauf es seine Konzentration eigentlich richten soll.


Eltern meinen, ihr Kind wäre zu dumm

Man mag wirklich oft den Eindruck gewinnen, daß es keine rationelle Erklärung mehr geben kann für soviel eklatantes Unverständnis. X-mal erklärt, einfach ist es auch, jeder sonst begreift es, nur der eigene Sprößling ist fortwährend wie vernagelt.
Es müßte sich aber schon noch an anderer Stelle zusätzliches Material ergeben, das den Verdacht auf eine grundlegende Lernschwäche lenkt. Als übender Elternteil ist man schnell versucht, aus zwei Umständen heraus auf naturmäßige Defizite zu schließen:

  1. Einem selbst ist alles klar, ja man kann sich gar nicht so richtig ausmalen, wo da überhaupt etwas unklar sein könnte.

  1. Man hat es doch nun zum x-ten Mal erklärt. Noch einfacher geht es nun wirklich nicht.


Beidem gegenüber ist Skepsis angebracht, letzterem Punkt gegenüber Selbstkritik.
Zu 1. Gerade weil die Grundschulmathematik so eindeutig, logisch und aufbauend konstruiert ist, werden die Schwierigkeiten gleich uferlos, wenn ein grundlegender Baustein beim Begreifen fehlt.

Zu 2. Von der Qualität der Erklärung hängt nun mal einiges ab. Zu oft wird beim "Erklären" in eins gesetzt, was das zu Erklärende ist und wie es funktioniert ("Ich mach das immer so..."). Die Kinder hören in der Regel nur heraus, wie es funktionieren könnte, und versuchen, dies auswendig zu lernen. Kein Wunder, daß das nicht klappt.



Eltern üben zuviel

Von der Logik, je schlechter die Noten, desto mehr gilt es zu üben, ist erfahrungsgemäß nicht viel zu halten. Wenn ein Kind regelmäßig über den Hausaufgaben ins Brüten verfällt, wenn immer wieder Geübtes sich partout nicht niederschlagen will, nützt alles Ausdehnen von Üben und Übungsmaterial nichts. Das letzte Fünkchen Gutwilligkeit geht allmählich verloren.

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